Fallstudie #10, Lage- und bewegungsabhängige multisegmentale Spinalkanalstenose im Bereich der HWS

Die hier vorgestellte 44-jährige Patientin klagt über Beschwerden in der Schulterregion beidseits und einem diffusen Kribbelgefühl in den oberen Extremitäten beidseits. Schwindel und Kopfschmerzen bestünden nicht.

Zur Abklärung der Beschwerden wurde eine Upright-Kernspintomographie der Halswirbelsäule durchgeführt.

A: Sagittale Aufnahmen im Liegen
B: Sagittale Aufnahme im Sitzen in neutraler Haltung
C-D: Sagittale Aufnahme im Sitzen in Inklination und Reklination

Der Befund: Eine Standard-MRT Untersuchung im Liegen (Abb. a) zeigte im Segment HWK4/5 und HWK5/6 flache dorsale Protrusionen der Bandscheiben ohne Hinweise auf eine Spinalkanalstenosen oder Nervenwurzelkompressionen in diesen Etagen.

In der Neutralstellung im aufrechten Sitzen (Abb. b) zeigten sich bei HWK4/5 und HWK 5/6 keine signifikanten Änderungen der Bandscheibenverhältnisse gegenüber einer Standard-MRT Untersuchung im Liegen.

In der Inklinationsposition (Abb. c) waren bei HWK4/5 und HWK 5/6 lediglich noch der Nachweis von sehr flachen Bandscheibenprotrusionen dorsal möglich. Der ventrodorsale Durchmesser der zentralen Anteile des Spinalkanals in diesen Höhen war erweitert gegenüber den Aufnahmen in der aufrechten Neutralposition.

In der Reklinationsposition (Abb. d) zeigte sich hier jedoch eine Abnahme des Spinalkanaldurchmessers bedingt durch eine Größenzunahme der Bandscheibenprotrusionen.

Die Upright-MRT Funktionsuntersuchungen in Inklination und Reklination zeigen eine lage- und bewegungsabhängige polysegmentale Spinalkanalstenose von HWK4/5 bis HWK6/7.

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