Fallstudie #3, Positionsabhängige Anterolisthesis

Die hier vorgestellte 65-jährige Patientin leidet seit vielen Jahren über Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule, die sich in den letzten zwei Jahren deutlich verschlimmert haben. Keine Seitenpräferenz, kein Trauma. Schmerzausstrahlung in den ventralen / ventrolateralen Oberschenkel beidseits, rechts deutlich stärker als links. Zunahme der Beschwerden unter Belastung, insbesondere beim Sport.

Eine vor kurzem durchgeführte MRT-Untersuchung im Liegen ergab keine eindeutige Aussage für die Ursache der Schmerzsymptomatik. Daraufhin wurde die Patientin im Upright™-MRT, aurecht sitzend unter Funktion untersucht.

A-C: Sagittale Aufnahmen im Sitzen: Neutralstellung, Inklination, Reklination
D: Coronare Aufnahme im Sitzen, Neutralstellung
E: Konventionelle Aufnahme liegend in einem Tunnelsystem. Ein Wirbelgleiten ist nicht nachweisbar

Die Diagnose: Durch die Upright-MRT Untersuchung, aufrecht unter der natürlichen Gewichtsbelastung, konnte eine ventrale Verlagerung des Wirbelkörpers LWK 4 gegenüber LWK 5 nachgewiesen werden, die in der konventionellen MRT-Untersuchung im Liegen nicht nachweisbar war. Beim Übergang in die Inklination ist eine zunehmende Anterolisthesis bei LWK 4/5 sichtbar mit Abnahme des ventrodorsalen Durchmessers des Spinalkanals auf dieser Etage. In der Aufrechten Position sind gegenüber den Liegendaufnahmen flache Bandscheibenprotrusionen auf den Ebenen LWK 2/3 und LWK 3/4 sichtbar. In der coronaren Schnittebene lässt sich eine deutliche linkskonvexe seitliche Fehlhaltung der LWS darstellen.

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